Ausstellung: »Sinti und Roma«
Ausstellung
Mi, 20.10.2010 – So, 7.11.2010 / 08:00–23:00 Uhr / Foyer Kleiner Konzertsaal gesamt (inkl. Glasfront)
Eintritt frei
Unter Schirmherrschaft von Christian Ude, Oberbürgermeister der LHM
»Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma« –
Eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma und
»Sinti und Roma in Europa zuhause« –
Eine Ausstellung von Münchner Flüchtlingsrat, MADHOUSE gGmbH und dem Sinti-Projekt der Diakonie Hasenbergl
Die Volksgruppe der Sinti und Roma bildet seit Jahrhunderten die größte Minderheit in Europa. Die EU-Osterweiterung brachte Freizügigkeit für die BürgerInnen der Beitrittsstaaten und damit auch für die osteuropäischen Roma. Auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen kommen viele seither in die »alten« EU-Staaten.
Hier brechen längst überwunden geglaubte Vorurteile wieder auf und treffen neu eingereiste Roma gleichermaßen wie seit 600 Jahren in Deutschland ansässige Sinti. Besondere Aktualität hat das Thema auch durch die geplante Abschiebung von rund 10.000 Roma-Flüchtlingen in den Kosovo. In ihrer früheren Heimat erwartet sie tiefstes soziales Elend und Schutzlosigkeit vor Gewaltausbrüchen.
Die Ausstellung »Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma« zeigt den Völkermord an den Sinti und Roma: ein Menschheits-verbrechen, das sich allen historischen Vergleichen entzieht und das in seinem Ausmaß bis heute unvorstellbar bleibt. Die Darstellung der Verfolgungsgeschichte geht von Menschen aus, die zu Opfern erst gemacht wurden; ihre Biografien stehen deshalb im Zentrum der Ausstellung. Weitere Informationen: www.sintiundroma.de
Nur die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, mit dem Völkermord während des Nationalsozialismus, ermöglicht das Gelingen einer gemeinsamen Zukunft. Die Ausstellung »Sinti und Roma in Europa zuhause« greift daher die Kontinuität der Diskriminierungen in allen Bereichen des täglichen Lebens auf. Sie zeigt aber auch die Vielfalt der Lebensformen, die Eigeninitiative und Selbstorganisation der Sinti und Roma – in München, Deutschland und Europa. Weitere Informationen: www.in-europa-zuhause.de
Begleitveranstaltungen im Gasteig (Eintritt frei):
19.10, 19.45 Uhr: Vernissage (Raum 1108)
20.10., 19.00 Uhr: Vorträge
»600 Jahre Sinti und Roma in Deutschland« (N.N., Mitarbeiter des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma) und
»Kleine Chronik Bayerns und seiner Zigeuner« (Robert Schlickewitz, Historiker) (Raum 1108)
20.10., 16.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung durch Mitarbeiter des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma
21.10., 14.00 Uhr: Präsentation der Studie zur Bildungssituation von Sinti und Roma in Deutschland durch Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbands der Sinti und Roma in Baden-Württemberg und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e. V. (VSB)
25.10., 19.00 Uhr: Filmvorführung »Row Hard«
(DE, 20 Min., Regie: Julia Bayer), Information und Diskussion (N. N., UNICEF angefragt, Monika Steinhauser, Münchner Flüchtlingsrat und Münchner Roma-Flüchtlinge) (VSB)
27.10., 19.00 Uhr: Zeitzeugengespräch mit dem Sinto Hugo Höllenreiner, Gründer des Vereins »Sinti und Roma Corporation e. V.« (VSB)
07.11., 19.00 Uhr: Finissage mit Live-Musik vom Adrian Gaspar Trio, Balkan-Jazz (Raum 1108)
In Kooperation mit der Diakonie Hasenbergl, HMT, MSB, dem Jazzclub Unterfahrt, dem Amt für Wohnen und Migration der LHM, Volxmusik und dem Werkstattkino
(Verein zur Förderung der Flüchtlingsarbeit in München e. V. und MADHOUSE gGmbH)

